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Missy und Milu - ein Shooting ohne viel Anleitung

Im Januar waren Missy und Milu bei mir zum Shooting. Zwei Hunde aus dem Tierschutz, zwei Lebensgeschichten und zwei Charaktere, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Genau das ist der Moment, in dem meine Arbeit spannend wird. Denn jedes Shooting mit einem Hund ist anders und keines läuft wie das andere. Man muss sich jedes Mal neu auf den Hund einstellen und in diesem Fall auf zwei.


zwei Hunde rennen gemeinsam über eine Wiese; BC Tierfotografie; Hundefotografie Berlin

Missy ist fast 14 Jahre alt, taub und sehr stark auf ihr Frauchen Daniela fokussiert. Während des Shootings ging ihr Blick immer wieder zurück zu ihr, weil sie sich sehr an ihr orientiert aufgrund des fehlenden Hörvermögens. Ein Hund, der sich über Blickkontakt Sicherheit holt, zeigt Vertrauen und Bindung und ist niemals etwas, dass ich unterbrinden würde. Für die Fotografie war es natürlich eine kleine Herausforderung. Rufen konnte ich Missy nicht und Daniela konnte sich auch nicht allzu weit von ihr wegbewegen..Also musste ich mir andere Wege überlegen, um ihre Aufmerksamkeit kurz zu mir zu lenken. Über Bewegung und kleine visuelle Reize. Hier wäre es super, wenn ich eine Assistentin hätte. lach


Hund läuft auf die Kamera zu

Milu ist das Gegenteil. Er ist nach wie vor sehr ängstlich, sobald man aktiv etwas von ihm möchte. Spricht man ihn direkt an, versteift er sich. Man sieht richtig, wie er innerlich zumacht. In solchen Momenten bringt es nichts, an einer Idee festzuhalten oder Druck aufzubauen. Ein Hund wie Milu braucht Raum und Geduld. Wenn ich merke, dass eine Erwartungshaltung ihn blockiert, nehme ich sie raus. Keine klaren Kommandos, kein „Bleib mal so“, kein „Schau hierher“. Stattdessen lasse ich Situationen einfach laufen oder wir versuchen spielerisch ihn so zu "positionieren", dass er es gar nicht merkt.


brauner Hund schaut freudig Richtung Kamera; BC Tierfotografie; Hundefotografie Berlin

Bei diesem Shooting habe ich deshalb bewusst den Schwerpunkt auf spontane Momente gelegt. Ich habe die beiden laufen lassen, schnüffeln lassen, sich bewegen lassen. Ich habe gewartet auf diesen einen kurzen Augenblick, in dem Milu vergisst, vorsichtig zu sein und in dem Missy neugierig die Nase hebt und in meine Richtung schaut.


Ein paar gestellte Bilder sind trotzdem entstanden. Das ist oft möglich, wenn der Rahmen ruhig ist, der Hund sich sicher fühlt und das Frauchen dabei ist.


zwei braune Hunde sitzen vor ihrem Frauchen und geben Pfote


Für mich ist das der Kern von Hundefotografie. Nicht jeder Hund funktioniert gleich und nicht jedes Shooting muss gleich ablaufen. Ich arbeite nicht mit festen Abläufen, die ich durchziehe, egal wer vor mir steht. Ich passe mich an den Hund an, an sein Temperament, sein Alter, seine Vorgeschichte und auch seine Tagesform, denn auch die ist nicht immer gleich. Manchmal bedeutet das, aktiv zu führen. Manchmal heißt es, einen Schritt zurückzugehen und nur zu beobachten.


2 Pfoten liegen auf einer Hand

Wenn du mit deinem Hund zu mir kommst, dann geht es nicht darum, dass er perfekt „funktioniert“. Es geht darum, dass ich ihn so wahrnehme, wie er ist. Mit seiner Geschichte, seinen Unsicherheiten und seinen Stärken. Gemeinsam holen wir aus genau diesem Moment das Beste heraus. Und manchmal sind es gerade die ungeplanten Momente, die am Ende am meisten berühren.


Bitte hab keine Sorge, dich bei mir zu melden, wenn dein Hund ängstlich, unsicher, sensibel, schüchtern, hibbelig, schnell aufgeregt, taub, blind oder schon im Seniorenalter ist. Genau solche Hunde kenne ich gut und mit ihnen arbeite ich besonders achtsam. Du musst nichts schönreden und nichts vorbereiten, damit es „passt“. Schreib mir und wir klären alles, was dir im Kopf herumschwirrt, und räumen deine Bedenken Schritt für Schritt aus dem Weg.



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