Fotoshooting mit altem Hund – warum jetzt oft der richtige Zeitpunkt ist
- Biana Clemens
- vor 2 Tagen
- 3 Min. Lesezeit
Viele Halter kommen erst relativ spät mit dem Gedanken auf mich zu, ihren alten Hund fotografieren zu lassen. Oft schwingt dabei ein vorsichtiges Zögern mit. Die Frage, ob sich das noch lohnt. Ob der Hund das noch kann. Oder ob man nicht lieber wartet, bis es ihm wieder besser geht, bis das Wetter schöner ist, bis mehr Zeit da ist.

Gleichzeitig höre ich immer wieder ähnliche Sätze. Dass der Hund ruhiger geworden ist. Dass das Gesicht grauer wirkt. Dass er öfter schläft oder langsamer läuft. Meist sind das keine dramatischen Feststellungen, eher beiläufige Beobachtungen. Und trotzdem steckt darin schon das Wissen, dass sich etwas verändert.
Alte Hunde bewegen sich anders. Sie brauchen länger, um in Gang zu kommen, sie reagieren manchmal verzögert, manche wirken gedanklich öfter bei sich. Einige hören oder sehen nicht mehr so gut, andere werden unsicherer oder entwickeln altersbedingte Veränderungen wie Demenz. Das ist nichts Außergewöhnliches. Es geht ihnen damit nicht anders als uns Menschen im Alter. Die Sinne lassen nach, der Radius wird kleiner – und trotzdem kann das Leben noch angenehm, ruhig und erfüllt sein.
Ein Shooting mit einem alten Hund hat deshalb ein ganz anderes Tempo. Es geht nicht um Action, nicht um große Bewegungen oder perfekte Abläufe. Es geht darum, den Hund so zu nehmen, wie er gerade ist. Ich richte das Shooting vollständig auf ihn aus. Pausen gehören selbstverständlich dazu. Manchmal entstehen Bilder in Momenten, in denen der Hund einfach sitzt oder liegt und nichts weiter tun muss. Oft sind das genau die Situationen, in denen er sich am wohlsten fühlt. Diese Art zu arbeiten zieht sich durch all meine Shootings – unabhängig davon, ob ich mit Welpen, Angsthunden oder alten Hunden arbeite.
Viele unterschätzen ihre alten Hunde. Sie denken, sie könnten das nicht mehr oder müssten geschont werden, indem man lieber ganz verzichtet. Dabei können viele Senioren sehr wohl an einem Shooting teilnehmen – nur eben anders. Mit weniger Tempo, weniger Reizen und deutlich mehr Rücksicht. Genau darauf ist meine Arbeit ausgelegt. Ich passe Ablauf, Dauer und Anforderungen so an, dass der Hund sich sicher fühlt und nicht überfordert wird.
Natürlich gibt es auch Grenzen. Wenn ein Hund starke Schmerzen hat, kaum noch aufstehen kann oder seine Umwelt kaum noch wahrnimmt, ist ein Shooting nicht mehr sinnvoll. Das sollte man ehrlich einschätzen. Aber genau deshalb ist es oft keine gute Idee, den Gedanken immer weiter aufzuschieben. Zu warten, bis es vielleicht gar nicht mehr geht.
Der richtige Zeitpunkt ist in vielen Fällen jetzt. Nicht aus Druck, sondern aus Achtsamkeit. Weil genau dieser Zustand deines Hundes gerade real ist. Weil sich Dinge schleichend verändern und man das im Alltag oft erst rückblickend bemerkt.
Viele Halter sagen mir nach einem Shooting mit ihrem alten Hund, dass sie froh sind, es gemacht zu haben. Nicht nur wegen der Bilder, sondern wegen des Erlebnisses. Weil sie ihren Hund noch einmal ganz bewusst wahrgenommen haben. Weil sie gesehen haben, wie viel Persönlichkeit, Ruhe und Ausdruck immer noch da sind.
Fotos von alten Hunden sind keine Erinnerung an das, was einmal war. Sie zeigen, was jetzt ist. Und genau darin liegt ihr Wert.
Alte Hunde begleiten meine Arbeit schon lange, nicht nur in einzelnen Shootings, sondern auch in einem größeren Projekt, das im Frühjahr als Bildband erscheinen wird. Er widmet sich genau diesen Hunden und ihren Geschichten – ruhig, ehrlich und ohne Eile. Vielleicht ist das auch ein kleiner Anstoß, nicht zu warten, sondern den Moment bewusst wahrzunehmen, solange er da ist.
Wenn du jetzt überlegst, ein Shooting für deinen Senior zu buchen, dann schreibe mir gerne und wir entscheiden gemeinsam, ob und wie sich das Shooting am besten umsetzen lässt.
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